
Der buschige immergrüne Halbstrauch hat reich verzweigte, wollig behaarte Triebe und weiche, nadelartig schmal-linealische, bis zu drei Zentimeter lange und nur einen Millimeter breite sitzende Blätter. Auch sie sind silbergrau bis gelblichgrau mit dichten Haaren besetzt und riechen wie die ganze Pflanze stark aromatisch, wenn man sie zerrreibt. Das liegt an den harzreichen Drüsen, die sich allenthalben auf der Oberfläche finden und die Blätter klebrig machen. Oft reicht auch ein kräftiger Regenguss oder ein heißer Sommertag aus, um den intensiven Geruch freizusetzen.
Die an Margeriten erinnernden Korbblüten erscheinen von Frühjahr bis in den Herbst hinein in bis zu acht Zentimeter großen Schirmrispen an den Enden der Triebe. Jeweils 12-15 Blüten gruppieren sich zu 20-30 Exemplaren. Die einzelnen Körbchen sind nur 2-4 Millimeter breit; außen herum sind sie von dicht dachziegelartig angeordneten Hüllblättern umgeben. Die äußersten davon sind eiförmig, und mit zunehmender Höhe werden sie zusehends schmaler. Im Inneren stehen nur gelbe Röhrenblüten, Zungenblüten fehlen bei dieser Art völlig. Wie bei Korbblütlern üblich sind sie fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und zwittrig. Die Früchte sind Achänen; sie werden drei Millimeter lang und weisen einen fedrigen weißen Pappus auf.
Die winzigen Blüten des Currykrautes werden von einer Vielzahl von Insekten bestäubt, die leicht an den Nektar und Pollen gelangen: Bienen, Hummeln, Fliegen und Käfer wie auch Schmetterlinge sind ständige Gäste. Die Verbreitung der Achänen übernehmen Wind und Schwerkraft, nicht zuletzt wegen des borstigen Pappus an ihrem Ende.
Ein Synonym für Currykraut ist Helichrysum angustifolium. Die Pflanzen sind recht vielgestaltig und bilden zahlreiche Unterarten, die teilweise je nach Lesart auch als eigene Arten geführt werden. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Worten für Sonne und Gold ab – wegen der kleinen goldgelben Korbblütchen. In seiner mediterranen Heimat steht es vielerorts unter Naturschutz, da die Bestände in den vergangenen Jahren stark abgenommen haben, nicht zuletzt durch die starke Düngegaben der Landwirtschaft, die es nicht lange erträgt.
Der deutsche Name bezieht sich auf den strengen Kreuzkümmelgeruch. Anders als bei uns kommt das Kraut in der mediterranen Küche auch als Gewürz in den Kochtopf. Die Verwendung ist ähnlich wie beim Curry – man kann damit Reis, Fleisch, Fisch und viele andere Gerichte würzen, allerdings ohne die typische gelbe Farbe der indischen Gewürzmischung. Wohl eine der ältesten Anwendungen ist die zum Abflämmen der Borstenbeim Schlachten von Schweinen. Dadurch bekommt das italienische Schweineschmalz ein ganz besonderes Aroma.
Das etherische Öl enthält vor allem Nerylacetat, α-Pinen, Geraniol und Nerodiol, die für das Aroma verantwortlich zeichnen. Man nutzt es auch zur Herstellung von Parfüm. Im antiken Griechenland und Rom wurde das Currykraut als Heilpflanze verwendet. Man gebrauchte es noch im Mittelalter bis in die Neuzeit bei Erkrankungen der Atemwege, Rheumatismus und anderen Gebrechen. Vereinzelt findet es noch heute Anwendungen in der lokalen Naturheilkunde. Die Inhaltsstoffe haben eine antioxidative, antibakterielle und fungizide Wirkung. In der Aromatherapie verwendet man das Currykrautöl bei Schmerzen, Kreislaufstörungen und Blutergüssen. Letzteres hat dem aromatischen Öl auch die scherzhafte Bezeichnung Boxeröl eingebracht.
Eine weitere Anwendung der streng riechenden Italienischen Immortelle: Man kann damit Motten vertreiben und aus dem Kleiderschrank fernhalten. Einfach einige getrocknete Triebe ähnlich wie Lavendel in Säckchen packen und zwischen den Wäschestücken deponieren. Motten hassen intensive Gerüche, und das natürliche Öl des Currykrautes ist allemal besser als Mottenkugeln mit Naphthalin oder Paradichlorbenzol. Vor allem gesünder und geruchlich angenehmer.
Quelle: https://www.naturadb.de/