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Kohl

Die Kohlarten (Brassica) gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Einige Vertreter sind in Mitteleuropa heimisch, viele weitere stammen aus Kulturformen, die seit Jahrhunderten in Gärten und Landwirtschaft genutzt werden. Die rund 40 Arten sind von Südwesteuropa über das nordwestliche und östliche Afrika bis Südwestasien verbreitet, darunter bekannte Vertreter wie Grünkohl, Kohlrabi und Brokkoli. Brassica-Arten wachsen als ein-, zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen und bilden je nach Art Blattrosetten, Köpfe, Rüben oder verzweigte Blütenstände. Sie erreichen Wuchshöhen von 20 bis über 120 cm und zeichnen sich durch ihre typischen vierzähligen Blüten aus, die in Weiß oder Gelb erblühen.

Kohlarten spielen eine bedeutende Rolle für zahlreiche Insekten. Besonders die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) ist auf Kreuzblütler spezialisiert und sammelt dort ihren Pollen. Auch Schmetterlingsarten wie der Kreuzblütler-Blattspanner (Xanthorhoe designata) und der Gemeine Blattspanner (Xanthorhoe fluctuata) nutzen Brassica-Arten als Raupenfutterpflanzen. So tragen Kulturell wie wild vorkommende Kohlgewächse gleichermaßen zur Förderung spezialisierter Wildbienen und Schmetterlinge bei und verbinden damit ökologische Vielfalt mit kulinarischem Nutzen.

Der deutsche Gattungsname Kohl, von althochdeutsch kôl(i) bzw. chôl(o), mittelhochdeutsch in mittelalterlichen Texte auch kol und kole geschrieben, wurde bereits von den Germanen aus dem lateinischen caulis „Stängelkohl“ oder einer der vulgärlateinischen Varianten cōlis und cōlus entlehnt, das im ursprünglichen Sinne nur den Strunk einer Pflanze bezeichnete. Das lateinische Wort caulis selbst geht – wie altgriechisch καυλός (kaulós) „(hohler) Stängel, Stiel, Schaft, Strunk, Kohl (meist Gemüsekohl)“ – vermutlich auf eine indogermanische Wurzel kaul mit der Bedeutung „hohl“, speziell „Röhrenknochen, hohler Pflanzenstängel“, zurück (vergleiche auch altgriechisch κοῖλος koĩlos „hohl“).

Quelle: Wikipedia

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