
Der Orientalische Rauling ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimeter erreicht. Sie bildet kriechende, knapp unter der Erdoberfläche vordringende, bis 5 Zentimeter dicke Rhizome. Die zusammengerollten austreibenden Laubblätter erinnern an den Austrieb von Funkien. Die pro Stängel ein bis zwei einfachen, 10 bis 25 Zentimeter lang gestielten, herz-eiförmigen, zugespitzten Grundblätter sind 15 bis 40 cm lang und breit. Die ovalen bis lanzettlichen Stängelblätter sind kleiner und stängelumfassend. Die Stängel und Blattoberseiten sind rau kurz behaart. Auf den Blattunterseiten treten deutlich behaarte Blattadern hervor.
Der Orientalische Rauling ist in Bergregionen entlang der südlichen Schwarzmeerküste vom östlichen Bulgarien und der türkischen Schwarzmeerregion bis zum westlichen Kaukasus beheimatet. Er ist ein submediterranes Florenelement, das submontane, mäßig trockene bis feuchte Eichen- und Buchenwälder bis in Höhenlagen von 1.000 (selten 1.300) Meter besiedelt. Der Rauling bevorzugt halbschattige und schattige Standorte und wächst an schattigen Flussufern und felsigen Hängen oft vergesellschaftet mit Gewöhnlichem und Kolchischem Efeu, Pontischem Seidelbast und Kretischem Saumfarn.
In Mitteleuropa verwildert der Rauling gelegentlich, aber meist unbeständig. In der Schweiz gibt es neophytische Vorkommen. In Deutschland ist die Pflanze insbesondere in Baden-Württemberg und im Ruhrgebiet lokal eingebürgert. Sie wird an Gehölzsäumen, auf frischen Hochstaudenfluren und auf Industriebrachen gefunden. Auch in Frankreich, England und Belgien gilt die Pflanze als eingebürgert.
Quelle: Wikipedia