
Auch wenn sie zwei- und mehrjährig zu wachsen vermag hält man die Tomate bei uns in der Regel als einjährige Pflanze. Sie ist von oben bis unten drüsig-borstig behaart mit Ausnahme der Früchte und erreicht eine Länge von bis zu vier Metern. Anfangs wachsen die Triebe aufrecht, später liegend, sodass man sie im Anbau an Stöcken oder ähnlichem hochbindet. Die Drüsen sorgen für einen typischen strengen Geruch.
An den Verzweigungen der Hauptachsen sitzen drei jeweils 20-35 Zentimeter lange unpaarig gefiederte und gestielte Blätter. Die Fiederblätter haben einen eiförmigen oder elliptischen Umriss mit abgeschnittenem oder herzförmigem Grund, einer kleinen Spitze und einem vor allem im unteren Bereich gezähnten oder gekerbten Rand.
Die Blütenstände sind meist bis zu 10 Zentimeter lange, teilweise verzweigte „Rispen“, botanisch korrekter Wickel mit bis zu 15 Einzelblüten. Die einzelnen Blüten stehen an abgeknickten zentimeterlangen Stielen und entwickeln sich aus konischen Knospen. Sie sind fünfzählig, radiärsymmetrisch und zwittrig mit halbverwachsenen Kelchblättern mit zurückgeschlagenen Zipfeln und ebenfalls am Grunde verwachsenen Kronblättern. Insgesamt sind die Blüten 1-2 Zentimeter breit; die Kronblätter sind ebenso wie die zu einer Röhre verwachsenen Staubblätter leuchtend gelb gefärbt. Sie werden von den Narben des Griffels nur wenig überragt.
Bei den Früchten handelt es sich botanisch um kugelige Beeren, die normalerweise nur 2-3 Zentimeter, bei einigen Kultursorten aber auch über 10 Zentimeter groß werden. Je nach Sorten sind sie rund, oval oder birnförmig und haben eine rote, bisweilen gelbe, orange oder gemusterte Farbe. Die nach hinten gebogenen Kelchblätter bleiben zunächst erhalten, bis die Frucht abfällt oder ohne Stiel gepflückt wird. Im Inneren der Beeren befinden sich zahlreiche eiförmige, gelbbraune Samen mit borstiger Oberfläche.
Die Bestäubung der Tomaten erfolgt recht speziell – es handelt sich dabei um Vibrationsbestäuber. Das bedeutet, dass Bienen und vor allem Hummeln durch vibrierende Bewegungen den Pollen aus den Pollensäcken herausbugsieren und sich damit einstäuben. Im Tomatenanbau unter Glas führte das anfangs zu Problemen, da man die Blüten mühsam von Hand bestäuben musste. Erst in den 1980er Jahren fand man heraus, dass die Bestäubung mit der in Europa häufigsten Hummelart, der Dunklen Erdhummel (Bombus sylvestris) wesentlich effektiver erfolgt. Auf anderen Kontinenten entwickelt sich das importierte Nutztier inzwischen häufig als gefährlich für die einheimischen Hummelarten.
Die gesamte Pflanze und vor allem die unreifen grünen Früchte enthalten Alkaldoide wie α-Tomatidin und Solanin, das auch in der Kartoffelpflanze und vielen weiteren Nachtschattengewächsen vorkommt. Sie sollen Fressfeinde abschrecken und verschwinden erst mit der Reife – danach ist der Verzehr durch Vögel und Säugetiere durchaus erwünscht, da er zur Verbreitung der Samen beiträgt.
In ihrer europäischen Frühzeit bezeichnete man die Tomate häufig als Paradiesapfel, eine Bezeichnung, die sich in Österreich bis heute in Form von Paradeiser gehalten hat. Das italienische pomodoro besagt goldener Apfel. Dagegen leitet sich die deutsche Bezeichnung vom aztekischen x?tomatl ab. Was zunächst als Zierpflanze botanische Gärten und Orangerien beherrschte, breitete sich erst gegen Ende des 18. Jahrhundert als Gemüse aus und erfreut sich heute größter Beliebtheit. Heute ist China weltweit führend im Tomatenanbau, mit einer Jahresproduktion von über 60 Millionen Tonnen. Insbesondere viele verarbeitete Tomatenprodukte wie Dosentomaten und Tomatenmark werden in China hergestellt.
Quelle: https://www.naturadb.de/