Färberkamille oder Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria) ist eine ausdauernde, selten nur ein- oder zweijährig wachsende krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist bei uns heimisch und findet sich selten, dann aber gesellig auf Trockenrasen und Felsbandgesellschaften oder auf eher trockenen Ruderflächen an Dämmen, Bahngleisen und Böschungen.
Die Färberkamille entspringt einem früh verholzenden Wurzelstock und erreicht eine Höhe von 20-50 Zentimetern. Ihre geraden Stängel ragen aufrecht empor und sind dicht mit filzigen Haaren besetzt. Die Blätter bilden eine Halbrosette und sind fein gefiedert, mit kammförmig gesägten Fiederblättchen, einer dunkelgrünen Oberseite und grauweißer Unterseite. Endständig steht an jedem Stängel eine einzelne Korbblüte, die bis zu vier Zentimeter breit wird. Sie bestehen aus bis zu 500 goldgelben Röhrenblüten in der Mitte und bis zu 50 randständigen, wesentlich längeren Zungenblüten, die selten auch fehlen. Nach der Bestäubung entwickeln sich die nur halbmillimetergroßen Achänen ohne Pappus und mit geflügeltem Rand.
Neben dem Hauptbestäuber Honigbiene finden sich auf den Blütenköpfen der Färberkamille auch Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen ein. So sammeln viele Wildbienen Pollen, wie die Seidenbienen (Colletes spec.), die Dickkopf-Furchenbiene (Halictus maculatus), Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum), Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) und die Bedornte Schneckenbiene (Osmia spinulosa).
Als Nektarpflanze nutzen auch Schmetterlinge die Färberkamille, darunter der Zipfelfalter (Satyrium spec.) und der Wolfsmilch-Glasflügler (Chamaesphecia empiformis), als Raupenfutter der Kamillen-Blütenspanner (Eupithecia extremata) und die Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca).
Die Samen sind so klein, dass sie auch ohne Pappus vom Wind weit fortgetragen werden und so für die Ausbreitung sorgen.
Quelle: https://www.naturadb.de
Foto: Von H. Zell – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9040211

