Die Nachtkerzen (Oenothera) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Die 120 bis 200 Arten sind ursprünglich in gemäßigten bis tropischen Gebieten in der Neuen Welt verbreitet. Bereits im 17. Jahrhundert wurden einige Arten als Zierpflanzen nach Europa eingeführt. Sie verwilderten und sind seitdem als Neophyten oder neu entstandene Arten und Formen Bestandteil der mitteleuropäischen Flora.
ie meisten Arten werden überwiegend durch Insekten bestäubt.[3] Der Nektar in den unterständigen Blütenröhren kann nur von langrüsseligen Insekten erreicht werden, Nektarräuber beißen die Röhren aber einfach auf. Besonders häufig finden sich an den Blüten Vertreter der Schwärmer (Schmetterling) ein, welche sich auch bei sehr naher Beobachtung durch Menschen kaum von der Nektaraufnahme stören lassen.
Eben geöffnete Nachtkerze wird von Falter besucht
So lassen sich beispielsweise das Taubenschwänzchen und der Mittlere Weinschwärmer beobachten, wie sie im Schwirrflug vor den Blüten stehen. Eine Schwärmerart trägt wegen ihrer Vorliebe für den Nektar dieser Pflanzengattung den Namen Nachtkerzenschwärmer.
Das Öffnen der Blüten erfolgt kurz nach Sonnenuntergang innerhalb weniger Minuten in einer fließenden Bewegung. Die Schnelligkeit, mit der das Aufblühen erfolgt, ist bei keiner anderen in Mitteleuropa vorkommenden Pflanze zu beobachten. Die Hauptblütezeit der meisten Arten liegt in den Sommermonaten Juli und August, spät- oder nachblühende Pflanzen finden sich bis zum Frostbeginn.[4]
Eine sich öffnende Blüte ist dabei in der Regel noch geruchlos. Erst nach ca. 20 Minuten bis zu einer halben Stunde wird ihr Duft intensiv süßlich, so dass er von Menschen mitunter als aufdringlich und fast stinkend empfunden wird, jedoch infolge dann von den genannten Insekten besucht werden.
Die Nachtkerzen produzieren Hunderte von Samen pro Blütenrispe. Die Samenkammern öffnen sich, sobald die Pflanze abgestorben ist. Bereits die Erschütterungen durch leichten Wind reichen aus, die Samen zu verteilen.
Die zweijährigen Nachtkerzen-Arten blühen erst im zweiten Jahr. Im ersten Jahr bildet sich eine flach auf dem Boden liegende Blattrosette. Im zweiten Jahr entwickelt sich die Pflanze nach oben und bildet einen oder mehrere Blütenstängel, wovon der endständige bis zu 2 Meter Wuchshöhe erreichen kann.
Nachtkerzen sind als invasive, zweijährige Stauden vielfach und oft dominierend in Ruderal-Gesellschaften entwickelt, die auf trockenen und sonnigen (warmen) Standorten stehen. Es werden aber auch Wiesengesellschaften oder steinige Freistandorte besiedelt. Ohne wiederholte Störung des Bodens werden diese zweijährigen Pflanzen bereits nach wenigen Jahren von ausdauernden Pflanzen verdrängt, so dass die Keimfähigkeit der Samen und das Vorkommen geeigneter Flächen für eine dauerhafte Ansiedlung wichtig sind.
Quelle: Wikipedia

