Wald-Erdbeere (Fragaria vesca var. vesca) ist die leckere kleine Verwandte, aber entgegen landläufiger Meinung nicht die Stammpflanze unserer Garten-Erdbeere. Die Gattung umfasst insgesamt zwölf Arten ausläuferbildender Stauden, die in lichten Wäldern, auf Wald- und Wegrändern Europas, Asiens und Nordamerikas vorkommen. Sie alle gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Bei der anfangs grünen, später gelben und schließlich roten Frucht handelt es sich entgegen dem üblichen Sprachgebrauch nicht um eine Beere, sondern um eine Sammelnussfrucht. Die Nüsschen sind die länglichen gelben Kerne, die man auf der Oberfläche erkennt; die „Beere“ wird aus den fleischig verdickten Fruchtachsen gebildet. Am Blütensatz der Frucht stehen die Kelchblätter ab oder sind zurückgeschlagen.
Die Wald-Erdbeere wird von Insekten bestäubt; eine Selbstbestäubung verhindern die Pflanzen, indem die Fruchtknoten vor den Staubbeuteln reifen. Der Nektar ist leicht zugänglich, sodass sich hier neben Honigbienen, Hummeln und Wildbienen auch Schmetterlinge, Käfer und Fliegen einfinden. Sogar Ameisen besuchen die Blüten, um sich am süßen Saft gütlich zu tun.
Den Pollen holen sich über 40 Wildbienen, vor allem Sandbienen (Andrena spec.) und Schmalbienen (Lasioglossum spec.). Als Raupenfutter verwenden über 20 Schmetterlingsarten das Kraut, darunter auch der Tagfalter Gewöhnlicher Würfeldickkopf (Pyrgus malvae).
Die Verbreitung der Samen übernehmen Tiere, die sich an den Beeren gütlich tun und die unbeschadeten Samen wieder ausscheiden. Dazu gehören Vögel, Kleinsäuger, aber auch Insekten wie Käfer. Auch Ameisen tragen sie in ihren Bau und bringen die Nüsschen als Abfall wieder ans Tageslicht.
Die Blätter sind auch bei Huftieren wie Schafen und Ziegen beliebt.
Den Text stellte dankenswerterweise https://www.naturadb.de/ zur Verfügung.

