Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schachtelhalme (Equisetum) innerhalb der Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae). Weitere deutschsprachige Trivialnamen sind Zinnkraut, Acker-Zinnkraut, Zinngras, Katzenwedel, Katzenschwanz, Katzenzagel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzeroder Scheuerkraut.
Der Acker-Schachtelhalm ist ein Farn. Er wurzelt tief. Das Laub ist grün.
Die Sporenreifezeit (Farne besitzen keine Blüten) reicht von März bis Juni. Er zeigt grüne Fortpflanzungsorgane an den Wedeln.
Junge Triebe und grüne Sprossen sind genießbar.
Er hat ein großes Verbreitungsgebiet und ist in ganz Deutschland sehr häufig verbreitet. Der Acker-Schachtelhalm wächst im Tiefland bis Mittelgebirge.
Der Acker-Schachtelhalm als Heilpflanze
Der Acker-Schachtelhalm war als Heilpflanze einige Zeit fast vergessen. Sebastian Kneipp machte ihn wieder bekannt.
Schon Dioskurides kennt eine „Hippuris“, die Harn treibt, Uterusblutungen stillt und Husten und Wunden lindert. Equisetum heißt die Pflanze zuerst bei Plinius. Er lobt sie zum Blutstillen, so auch wieder Albertus Magnus im 12. Jahrhundert. Auch Paracelsus erwähnt den „Katzenschwanz“. Mit lateinisch Cauda equina(„Pferdeschwanz“) wurden Equisetum-Arten, insbesondere der Acker-Schachtelhalm bezeichnet. Weitere Bezeichnungen waren unter anderem iparis (wohl auch für Hippuris vulgaris L.) und equiseton.
Agricola und Hoffmann, Leibarzt Friedrichs des Großen, kennen ihn für den Harntrakt, Matthiolus und Weinmann als zusammenziehendes, blutstillendes Mittel, von Haller gegen Blutsturz, Nieren- und Blasengeschwüre, als Gurgelwasser für Hals und Mundraum und Umschläge bei Wundbrand. Osianders Volksarzneymittel nennen ihn bei Ruhr und Wassersucht. Sebastian Kneipp machte die Pflanze nachhaltig bekannt, die er äußerlich bei Geschwüren, auch alten Gewebeschäden, innerlich bei Grieß- und Steinleiden, „unverzichtbar“ bei Harnverhalt, ferner Blutungen und Bluterbrechen empfiehlt. Später brachte man die enthaltene Kieselsäure mit der Abheilung von Hautwunden, aber auch Tuberkuloseherden in Verbindung, auch Arteriosklerose sollte sie entgegenwirken.
Leclerc und Gibelli bestätigen die Wirkung bei Lungen- und metrorrhagischen Blutungen bzw. als Breiumschläge bei Krampfadergeschwüren, nach anderen verbessert Equisetum die Blutbildung bei Blutungsanämien. G.G.Wegener sah Erfolge bei Lupus und Haarausfall. Die lettische Volksmedizin nutzt den Auszug der Wurzel bzw. des früher auch „Katzenzagelwurz“ genannten Wurzelstocks zu Einreibungen bei Rheumatismus, die tschechische u. a. bei Erbrechen, Durchfall, zu starker Menstruation, als Nasentampon bei Nasenbluten und weiteres. Die meisten Autoren benutzten das Kraut ohne Wurzel bzw. nur die Stängel. Madaus’ Zeitgenossen gebrauchten Equisetum bei verschiedensten Leiden der Harnorgane und Blutungen, teilweise auch bei Durchfall, Fluor albus, Milzschwellung, Leberstauung, Arteriosklerose und Herzschwäche.
Acker-Schachtelhalm-Tee als Dauergetränk
Der Tee sei gut geeignet als Dauergetränk bei Rheumatismus alter Leute. Kommission E empfiehlt Schachtelhalmkraut innerlich bei Ödemen, sofern sie nicht von eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion rühren, als Durchspülungstherapie bei Harnwegsentzündungen und Nierengries (mittlere Tagesdosis 6 g Droge), hierbei ist auf ausreichendes Trinken zu achten, äußerlich bei schlecht heilenden Wunden (Umschläge mit 10 g Droge auf 1 l Wasser). 1988 wurden in Deutschland wissenschaftliche Versuche zu feldmäßigem Anbau von Acker-Schachtelhalm durchgeführt.
Quelle: Natura DB und Wikipedia

