Die Himbeere ist ein einheimischer mehrjähriger Halbstrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der bis zu zwei Metern Höhe erreicht. In Europa und Asien ist sie weit verbreitet und charakteristisch für Waldlichtungen, Wegränder und Ruderalstellen, wo sie dichte und stachelige, undurchdringliche Gebüsche bilden. Im Winter überdauern die unteren verholzten Abschnitte und die Rhizome, während die jungen krautigen Ruten im Winter absterben. Die unpaarig gefiederten Blätter sind gestielt und bestehen aus gezähnten Fiederblättchen. Die kleinen weißen Blüten der Himbeere sind fünfzählig, geruchlos und stehen in kurzen Rispen. Der Blütenboden wölbt sich stark hervor, sodass die daran erscheinenden roten Sammelfrüchte innen hohl erscheinen. Sie bestehen aus kelchartig angeordneten Steinfrüchtchen mit winzigen Samen.
Die Himbeere vermehrt sich durch Selbstbefruchtung oder Fremdbefruchtung. Bei Letzerem sind Wildbienen, Hummeln und Honigbienen wie auch Schmetterlinge gerne behilflich. Bei größeren Himbeerfeldern liefern die Pflanzen so viel zuckerreifen Nektar, dass sich ein sortenreiner Himbeerhonig ernten lässt.
Himbeerhecken dienen mit ihrer Dichte und dornigen Bewehrung als Zufluchtsstätte für Vögel und Kleinsäuger. Nester sind hier gut vor Fressfeinden geschützt. Die Tiere sorgen zudem für die Verbreitung der Samen.
Die Himbeere ist eine wichtige Obstpflanze. Ihre Früchte sind reich an Vitamin C, Glykosiden und Fruchtsäuren, die Blätter an Gerbstoffen und Flavonoiden. Beide wurden bereits im Mittelalter medizinisch verwendet, und noch heute findet man Himbeerblätter in vielen Früchtetees.
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