Palmkohl – mediterraner Genuss, alte Vielfalt und geballte Pflanzenkraft
Dunkelgrüne, fast schwarze Blätter, ein Wuchs wie eine kleine Palme und ein wunderbar würziger Geschmack: Palmkohl ist ein Gemüse, das schon optisch aus der Reihe tanzt. In Italien kennt man ihn als Cavolo nero, bei uns auch als Schwarzkohl oder Toskanischen Kohl. Botanisch gehört er als Brassica oleracea var. palmifolia zur großen und erstaunlich vielfältigen Familie der Kohlgewächse.
Seine Heimat liegt kulinarisch vor allem in der Toskana. Dort gehört Palmkohl seit Generationen in Suppen, Eintöpfe und einfache bäuerliche Gerichte. Sein Geschmack erinnert an Grünkohl, ist aber meist etwas milder und feiner. Die länglichen, blasigen Blätter lassen sich roh, gedünstet, gebraten oder gekocht verwenden.
Palmkohl und Biodiversität: Vielfalt, die man essen kann
Palmkohl zeigt besonders schön, was Biodiversität auf dem Teller bedeutet. Denn Kohl ist keineswegs gleich Kohl. Aus der Art Brassica oleracea sind durch jahrhundertelange Auslese ganz unterschiedliche Kulturformen entstanden – vom Rosenkohl über Brokkoli und Kohlrabi bis zu Grünkohl und Palmkohl.
Gerade alte und regional verwurzelte Sorten sind Teil unseres Kultur- und Naturerbes. Wer unterschiedliche Sorten anbaut, Saatgut erhält und auch weniger bekannte Gemüsearten isst, trägt dazu bei, dass diese Vielfalt nicht aus Landwirtschaft und Gärten verschwindet.
Passend dazu wurde Blattkohl vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt zum Gemüse der Jahre 2025 und 2026 gewählt. Damit soll auf die Vielfalt alter und regionaler Blattkohlsorten aufmerksam gemacht werden.
Und noch etwas macht ihn für den Schlaraffenband-Naschort attraktiv: Man muss nicht die ganze Pflanze auf einmal ernten. Die äußeren beziehungsweise unteren Blätter werden nach und nach abgeschnitten, während das Herz weiterwächst. So liefert eine Pflanze über einen langen Zeitraum frisches Gemüse.
Was steckt im Palmkohl?
Wie andere Blattkohlsorten liefert Palmkohl Vitamin C, Ballaststoffe, Mineralstoffe und antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe.
Besonders interessant sind die für Kreuzblütler typischen sekundären Pflanzenstoffe. Eine abwechslungsreiche, gemüsereiche Ernährung wird mit zahlreichen positiven gesundheitlichen Effekten verbunden. Trotzdem sollte man bei Begriffen wie „Heilwirkung“ vorsichtig sein: Palmkohl kann Krankheiten weder verhindern noch heilen.
Seine eigentliche Stärke ist viel bodenständiger – und vielleicht gerade deshalb so überzeugend: Er verbindet eine hohe Nährstoffdichte mit Ballaststoffen, wenig Verarbeitung und intensivem Geschmack. Damit passt er hervorragend in eine vielseitige, pflanzenbetonte Ernährung.
Drei köstliche Ideen mit Palmkohl
1. Toskanische Ribollita
Der Klassiker aus der Toskana. Zwiebel, Knoblauch, Möhren und Sellerie in Olivenöl anschwitzen. Kartoffeln, Tomaten und weiße Bohnen dazugeben und mit Gemüsebrühe köcheln lassen. Die von den kräftigen Mittelrippen befreiten Palmkohlblätter in Streifen schneiden und gegen Ende mitgaren. Mit gutem Olivenöl, Pfeffer und geröstetem Bauernbrot servieren.
Traditionell gehört Cavolo nero zu den charakteristischen Zutaten der Ribollita, eines kräftigen toskanischen Gemüse-Bohnen-Eintopfs.
2. Palmkohl-Pesto
Palmkohl kurz blanchieren und gut ausdrücken. Anschließend mit gerösteten Pinien- oder Sonnenblumenkernen, Parmesan, Knoblauch, Olivenöl, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer pürieren.
Das tiefgrüne Pesto schmeckt zu Pasta und Gnocchi, auf geröstetem Brot oder als würzige Zugabe zu Ofengemüse. Eine klassische Variante kombiniert Schwarzkohl ebenfalls mit Parmesan, Pinienkernen, Knoblauch und Olivenöl.
3. Knusprige Palmkohl-Chips
Die Blätter waschen, sorgfältig trocknen und die dicken Mittelrippen entfernen. In Stücke zupfen, mit wenig Olivenöl vermengen und auf einem Backblech verteilen. Bei mäßiger Temperatur backen, bis die Blätter trocken und knusprig sind. Erst danach nach Geschmack salzen.
So wird aus dem traditionellen Wintergemüse ein überraschend leichter Snack – oder ein knuspriges Topping für Suppen, Kartoffelpüree und Gemüsegerichte.
Ein Gemüse für das Schlaraffenband
Palmkohl verbindet vieles, was gutes Essen ausmacht: Geschmack, Tradition, Sortenvielfalt und eine unkomplizierte Küche. Seine dunklen Blätter bringen mediterranes Flair in den Garten und Abwechslung auf den Teller.
Wenn Palmkohl am Naschort wächst, entdeckt man außerdem eine andere Art des Erntens: nicht alles auf einmal, sondern Blatt für Blatt. Die Pflanze wächst weiter, verändert sich mit den Jahreszeiten und macht sichtbar, wie unmittelbar Genuss und biologische Vielfalt miteinander verbunden sein können.
(Text mit KI erstellt)
Foto: Von goldlocki – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3104695

